Kulturgeschichte Südafrikas

Südafrika ist kulturell ein Land voller Gegensätze. Zum einen gibt es die traditionelle Kultur der einheimischen Urvölker, zum anderen die der eingewanderten ehemaligen Kolonialherren aus Holland und England, sowie anderen europäischen Ländern. Neben den Kulturen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen hat vor allem die junge Bevölkerung eine moderne eigene Lebensart.

Traditionen schwarzafrikanischer Volksgruppen

Sehr bekannt ist die starke Musikszene, bei der einheimische schwarzafrikanische Rhythmen mit moderner Popmusik zusammenfließen. Als Urmutter und Ikone der südafrikanischen Popmusik gilt bis heute die charismatische Hit-Sängerin Miriam Makeba (Pata Pata). Alteingesessene Stämme in Südafrika wie Bantu und Xhosa haben eine jeweils eigene Kultur und Sprache. Wenn diese Volksgruppen auf dem Land blieben, konnten sie sich viele ihrer Traditionen bis heute bewahren. Als Gast, Tourist oder Auswanderer sollte man diesen auf den ersten Blick für Europäer fremden Kulturen mit Respekt begegnen. Der Einklang mit der Natur spielt dabei eine große Rolle, ebenso magische Rituale, die für die Menschen eine nahezu religiöse Bedeutung haben. Musik und Tanz mit eigenen Rhythmen sind ebenfalls Ausdruck einer ureigenen Kultur der einheimischen Volksgruppen in Südafrika. In den Metropolen wie Johannesburg, Kapstadt sowie der Hauptstadt Pretoria hat sich eine neue städtische Kultur der schwarzen Bevölkerung entwickelt. Dazu gehört auch eine bedeutende Kunst und Literaturszene schwarzafrikanischer Kreativer.

Die Entwicklung fremder Kulturen in Südafrika

Die weißen Siedler aus Holland, England, Deutschland und anderen europäischen Ländern brachten ihre eigene Kultur mit von zu Hause nach Südafrika. Niederländisch wurde sogar zur Grundlage einer der Kultursprachen des Landes, Afrikaans. Während der langen Zeit der Apartheid, der staatlich vorgeschriebenen Rassentrennung in Südafrika, wurden die Kulturen der schwarzen Bevölkerung unterdrückt und die der Weißen wurde führend im Land. Das änderte sich erst, als unter der Führung von Nelson Mandela die schwarze Bevölkerung in Südafrika nicht nur politisch, sondern auch kulturell gleichberechtigt wurde. Eine weiße Kultur gibt es immer noch in Südafrika, die sich heute größtenteils kritisch mit der Vergangenheit des Landes auseinandersetzt. Sowohl ein schwarzer als auch ein weißer Autor aus Südafrika erhielten den Nobelpreis für Literatur, Nadine Gordimer und J.M. Coetzee. Eine Sonderstellung nimmt die Kultur indischer Einwanderer ein. Diese sind bis heute in Südafrika in den Städten stark vertreten und nehmen traditionell eine Zwischenstellung zwischen weißer und schwarzer Kultur des Landes ein mit eigenen kulturellen Traditionen. Die meisten der indischen Südafrikaner sind Muslime oder Hindus und leben ihre Religion kulturell aus in Moscheen und Tempeln.

Südafrika zwischen traditioneller Kultur und Moderne

Kulturell ist der Vielvölkerstaat Südafrika traditionell geprägt durch die Vielfalt der verschiedenen Volksgruppen und ihre kulturellen Eigenheiten. Nach dem Ende der als Apartheid bezeichneten gesetzlichen Rassentrennung in Südafrika sind die kulturellen Traditionen der weißen, schwarzen und indischen Bevölkerungsgruppen nebeneinander gleichberechtigt. Neben den verschiedenen Sprachen spielen volkstümliche Traditionen, Musik und Tanz sowie Literatur eine wichtige Rolle. In den südafrikanischen Städten entwickelte sich eine starke Kulturszene junger Künstler, die Südafrika ein neues Gesicht gaben. Auch in der Literatur ist Südafrika ein starkes Land mit bislang zwei Nobelpreisträgern.

Pic.: analeenjouber113 – Fotolia

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